WordPress 7.0 RC4: 419 Tickets, Release am 20. Mai
WordPress hat am 14. Mai 2026 den vierten Release Candidate (RC4) für Version 7.0 veröffentlicht. Die finale Version erscheint am 20. Mai 2026. Das Update umfasst über 419 geschlossene Tickets — darunter mehr als 76 Enhancements und über 300 Bugfixes.
Der ursprünglich für April geplante Release wurde auf Mai verschoben, um mehr Zeit für architektonische Arbeiten zu haben. Der Release-Zyklus wurde verlängert, um die Stabilität des Major-Updates zu sichern.
KI-Integration als Core-Feature
WordPress 7.0 integriert KI-Funktionen direkt ins Backend. Der neue „WP AI Client“ ermöglicht es Plugin-Entwicklern, KI-Fähigkeiten über eine standardisierte API anzubinden. Ein neuer „AI Connectors“-Screen im Admin-Bereich erlaubt die Verwaltung von KI-Anbietern ohne Programmierkenntnisse.
Die „Client-Side Abilities API“ bietet eine Schnittstelle, über die Plugins KI-Funktionen wie Textgenerierung oder Bildanalyse in den Editor einbauen können. Die Integration erfolgt über den Connectors API, der als standardisierte Schicht zwischen WordPress und verschiedenen KI-Diensten fungiert.
Modernisiertes Dashboard
Das WordPress-Backend erhält ein neues Farbschema und verbesserte Übergangsanimationen (View Transitions). Über 90 Tickets wurden allein für den wp-admin-Bereich bearbeitet.
Neue Features im Dashboard:
- Command Palette Shortcut — schneller Zugriff auf Admin-Funktionen über Tastenkombination
- Font Library — zentrale Schriftarten-Verwaltung im Site Editor, die es ermöglicht, Schriftarten direkt im Backend zu organisieren
- Visual Revisions — visueller Vergleich für Template-, Template-Part- und Pattern-Änderungen mit einer neuen Revisions-Oberfläche
- Notes — die Möglichkeit, direkt im Admin-Bereich Notizen zu hinterlassen
Block-Editor-Verbesserungen
Mehr als 40 Tickets betreffen den Editor. Gutenberg-Versionen 22.0 bis 22.6 fließen ein — mit über 411 Enhancements und mehr als 486 Bugfixes für den Editor-, Dashboard- und KI-Bereich.
Wichtige Neuerungen:
- Custom CSS auf Block-Ebene — gezielte Styling-Optionen ohne Theme-Änderung, einschließlich per-Block-Custom-CSS für Benutzer mit entsprechenden Berechtigungen
- Breadcrumbs Block — neue Navigation innerhalb von Seiten mit hierarchischer Anzeige
- Video Embed Cover Block — Videos mit Overlay-Titeln und Play-Buttons
- Gallery Block verbessert — überarbeitete Bildergalerien mit mehr Layout-Optionen
- Responsive Editing Mode — Vorschau auf verschiedene Bildschirmgrößen direkt im Editor
- Pattern Editing — verbesserte Bearbeitung von Patterns mit contentOnly-Interaktivität
Developer-Features
Für Entwickler bringt WordPress 7.0 mehrere Neuerungen:
- PHP-Only Block Registration — Blöcke lassen sich komplett ohne JavaScript registrieren, was die Entwicklung vereinfacht
- Interactivity API — clientseitige Interaktivität ohne externe Bibliotheken
- DataViews und DataForms — standardisierte Datenanzeige und Formulare für konsistente Backend-Oberflächen
- Block Bindings API — vereinfachte Verbindung zwischen Block-Attributen und Datenquellen wie Custom Fields oder Post-Meta
- Iframed Editor — der Editor läuft jetzt in einem iframe für bessere Isolation und Stabilität
REST API und Performance
Die REST API wurde erweitert und verbessert. Das Widget-Types-Data-Layer-Update vereinfacht den Zugriff auf Widget-Informationen über die API. Die HEIC-zu-JPEG-Konvertierung verwendet jetzt standardmäßig die .jpg-Erweiterung statt .jpeg.
Was NICHT in 7.0 kommt
Real-time Collaboration (RTC) wurde aus dem Release entfernt. Die Funktion, die gleichzeitiges Bearbeiten von Inhalten ermöglichen sollte, verursachte Probleme mit Race Conditions, Server-Last und Speichereffizienz. Das Team arbeitet daran, RTC für eine spätere Version stabil zu bekommen.
Was das für Hosting bedeutet
WordPress 7.0 erhöht die PHP-Mindestversion nicht, behält aber die Empfehlung für PHP 8.0+ bei. Hosting-Anbieter sollten Testumgebungen bereithalten, da die KI-Integration neue API-Endpunkte aktiviert, die möglicherweise Firewall-Regeln betreffen.
Website-Betreiber sollten vor dem Update auf 7.0 alle Plugins und Themes testen. Die neue KI-Integration könnte Konflikte mit bestehenden KI-Plugins verursachen, die bisher über eigene Schnittstellen arbeiten.
WordPress empfiehlt ausdrücklich, RC4 nicht auf produktiven Seiten zu installieren. Wer testen will, kann die Version über das Beta-Tester-Plugin, direkten Download, WP-CLI oder den WordPress Playground im Browser ausprobieren.
Quellen:


