Die Woche der Agentic AI: Google, SAP und OpenAI revolutionieren die Arbeitswelt
Die KI-Welt bewegt sich rasant weiter – und diese Woche gab es gleich mehrere bahnbrechende Ankündigungen, die zeigen, wohin die Reise geht. Agentic AI, Echtzeit-Interaktionen und tiefe Enterprise-Integrationen dominieren die Schlagzeilen.
Google I/O 2026: Willkommen in der agentischen Ära
Auf der Google I/O 2026 hat CEO Sundar Pichai die Vision der „Agentic AI“ in den Mittelpunkt gestellt. KI-Modelle sollen nicht mehr nur antworten, sondern eigenständig Aufgaben ausführen und Arbeitsabläufe steuern.
Die wichtigsten Neuheiten im Überblick:
- Gemini 3.5 Flash: Ein schnelleres, günstigeres und leistungsstärkeres Modell, das bei praxisnahen Benchmarks wie GDPVal sogar 3.1 Pro übertrifft – und das zu weniger als der Hälfte des Preises vergleichbarer Modelle.
- Gemini Omni: Multimodale KI, die aus beliebigen Eingaben verschiedene Ausgabeformate generiert – gestartet mit Video, später folgen Bild und Text.
- Gemini Spark: Ein persönlicher KI-Agent, der rund um die Uhr auf dedizierten virtuellen Maschinen läuft und komplexe Aufgaben im Hintergrund erledigt.
- Frag YouTube: Revolutioniert die Video-Suche durch intelligente Zusammenfassung und direkte Sprungmarken zu relevanten Stellen.
Die Zahlen sind beeindruckend: Die Gemini App wuchs von 400 Millionen auf über 900 Millionen monatlich aktive Nutzer innerhalb eines Jahres. Die täglichen Anfragen haben sich sogar versiebenfacht.
SAP integriert Claude: Enterprise-KI nimmt Fahrt auf
Ein Meilenstein für Unternehmens-KI: SAP und Anthropic haben ihre Partnerschaft ausgeweitet. Claude wird tief in die SAP Business AI Platform integriert und ergänzt damit Joule und Joule Agents.
Das bedeutet konkret:
- KI-Agenten können Quartalsabschlüsse vorbereiten, Urlaubsanträge bearbeiten und Lieferungen bei Verzögerungen umleiten
- Claude arbeitet mit Geschäftskontext aus SAP S/4HANA, SuccessFactors und Ariba
- Alle Aktionen laufen innerhalb der bestehenden Genehmigungsprozesse und Compliance-Strukturen von SAP
„Das autonome Unternehmen benötigt KI, die mit dem Geschäftskontext vertraut ist“, sagte SAP-CEO Christian Klein.
OpenAI erweitert Codex und testet Werbung
OpenAI pusht seine Entwickler-Tools weiter:
- Codex Chrome Extension: Der Coding-Agent kann nun Websites und Web-Apps wie Gmail oder Salesforce nutzen, bei denen ihr eingeloggt seid
- Workspace Agents: Neue Cloud-Agents für ChatGPT Business, Enterprise und Education, die mehrstufige Aufgaben im Hintergrund erledigen
- Werbung in ChatGPT: Erste Tests für Anzeigen im Free- und Go-Tarif laufen – Deutschland ist noch nicht dabei, aber die Ausweitung ist geplant
Thinking Machines zeigt Echtzeit-KI der nächsten Generation
Mira Muratis Thinking Machines Lab stellte „Interaction Models“ vor – KI-Systeme, die mit 200-Millisekunden-Micro-Turns arbeiten und Audio, Video und Text kontinuierlich aufnehmen. Das fühlt sich deutlich näher an echter Zusammenarbeit an als ein klassisches Chatfenster.
Fazit: Die KI wird handlungsfähiger
Die gemeinsame Trendrichtung ist klar: KI wandelt sich vom reinen Chatbot zum autonomen Agenten. Ob Googles Spark, SAPs Claude-Integration oder OpenAIs Workspace Agents – überall entstehen Systeme, die nicht nur Informationen liefern, sondern eigenständig agieren können.
Für Unternehmen bedeutet das: Wer jetzt nicht mit eigenen KI-Agenten experimentiert, verliert den Anschluss. Die Technologie ist bereit für den produktiven Einsatz.


