DHL eCommerce und USPS besiegeln historische Partnerschaft: Exklusiver Vertrag über 10 Milliarden Dollar für die letzte Meile

DHL eCommerce und USPS schließen einen exklusiven Vertrag über mehr als 10 Milliarden Dollar für die letzte Meile in den USA. Das größte Deal der 25-jährigen Partnerschaft verändert das Logistik-Gleichgewicht im E-Commerce.

DHL eCommerce und die United States Postal Service (USPS) haben einen exklusiven, mehrjährigen Vertrag für die Zustellung der letzten Meile in den USA abgeschlossen. Der Deal ist mit einem erwarteten Wert von über 10 Milliarden Dollar der größte in der 25-jährigen Geschichte der Zusammenarbeit beider Unternehmen.

Was sich ändert

Das neue Abkommen ersetzt die bisherige lose Kooperation durch eine exklusive, langfristige Vereinbarung. DHL eCommerce übernimmt weiterhin die flächendeckende Abholung, Sortierung über 19 vollautomatisierte Hubs sowie den Transport auf Luft- und Straßennetz. USPS liefert anschließend die Pakete an über 170 Millionen Zustellpunkte in mehr als 41.550 Postleitzahlengebieten aus.

Die USPS deckt dabei die komplette letzte Meile ab — inklusive Länderservice und Zustellung an Haustüren. Der Vertrag garantiert DHL eCommerce exklusiven Zugang zu diesem Netzwerk, was den Wettbewerbern den Zugriff auf dieselbe Infrastruktur erschwert.

Warum der Deal strategisch wichtig ist

DHL eCommerce Americas-Chef Scott Ashbaugh betonte, dass die Partnerschaft es ermögliche, Gemeinden bundesweit effizient zu bedienen — und dabei zusätzliche Fahrzeuge auf den Straßen zu vermeiden. Das dient auch den Emissionszielen beider Unternehmen.

USPS-Postmaster General und CEO David Steiner nannte den Vertrag einen Meilenstein, der die „unerreichte Reichweite“ des postalischen Netzwerks für Kunden zugänglicher mache. Für USPS bedeutet der Deal stabiles Paketvolumen und bessere Auslastung eines Netzwerks, das für die Zustellung sechs Tage die Woche aufgebaut ist.

Branchenkontext

Die Vereinbarung fällt in eine Phase, in der E-Commerce-Volumen in den USA weiter steigen und die Logistiklandschaft sich konsolidiert. UPS und FedEx haben in den vergangenen Jahren eigenständige Endkunden-Zustellnetzwerke ausgebaut. Mit der exklusiven USPS-Partnerschaft sichert sich DHL eCommerce einen stabilen Zugang zu einem Netzwerk, das von niemandem repliziert werden kann.

Die Nachfrage nach schneller Paketzustellung hat zuletzt auch zu Verschlechterungen der Arbeitsbedingungen in Fulfillment-Centern geführt — ein Spannungsfeld, das durch Partnerschaften wie diese zwar logistisch optimiert, aber sozial nicht aufgelöst wird.

Fazit für Online-Händler

Für E-Commerce-Betreiber, die international oder in die USA liefern, bedeutet die Partnerschaft vor allem eines: Planungssicherheit. Ein stabiler Vertrag mit fester Infrastruktur reduziert das Risiko von plötzlichen Zustellengpässen oder Preissprüngen. Gleichzeitig wird die Abhängigkeit von einer einzigen Logistikkette verstärkt — ein Faktor, den Händler in ihren Risk-Management-Strategien berücksichtigen sollten.

Quellen: USPS Newsroom (28. Mai 2026), DHL Group Pressemitteilung (28. Mai 2026)

Share:

More Posts