Brendon Kraham, VP of Search and Commerce bei Google, hat CMOs in einem offiziellen Think-with-Google-Artikel klargemacht: Die Grundlagen des guten SEOs haben sich auch im KI-Zeitalter nicht geändert. Das Schlüsselwort heißt nicht „GEO-Optimierung“, sondern weiterhin Qualität, Relevanz und E-E-A-T.
Im Juni 2026 veröffentlichte Kraham einen Artikel mit dem provokanten Titel „Good SEO is good GEO“. Die Botschaft ist so einfach wie beruhigend: Wer in den vergangenen Jahren in fundiertes SEO investiert hat, muss nicht umlernen. Googles KI-Suchergebnisse – also AI Overviews und AI Mode – bauen auf denselben Core-Algorithmen auf wie die traditionelle Suche. Es gibt keinen separaten Index, keine parallelen Rankings, keinen Zaubertrick.
Was Kraham konkret sagt
Kraham betont drei Kernpunkte, die CMOs unbedingt verinnerlichen sollten:
- Keine neue Disziplin nötig – Begriffe wie „Generative Engine Optimization (GEO)“, „Answer Engine Optimization (AEO)“ oder „LLM SEO“ sind zwar im Umlauf, aber Google sieht keinen Bedarf für eine separate Optimierung. Die bestehenden Ranking-Faktoren gelten weiterhin.
- Inhalte für Menschen schreiben, nicht für Bots – Googles KI versteht natürliche Sprache ähnlich wie Menschen. Content, der echte Expertise, First-Hand-Erfahrung und eine einzigartige Perspektive bietet, wird belohnt.
- Nicht-Commodity-Content gewinnt – Content-Fabriken mit generischen Texten verlieren an Boden. Wer Meinung, Tiefe und Originalität liefert, hat auch in AI Overviews Sichtbarkeit.
Warum das für Marketer wichtig ist
Die Unsicherheit ist groß. Seit Google AI Overviews im Jahr 2024 einführte, fragen sich Marketingteams weltweit: Brauchen wir jetzt einen kompletten SEO-Neustart? Müssen wir unseren Content auf KI-Bots optimieren? Müssen wir GEO-Agenturen beauftragen?
Krahams Antwort ist ein klares Nein. Google verzeichnete im ersten Quartal 2026 ein Allzeithoch bei Suchanfragen – trotz KI-Overviews. Die organische Suche lebt, sie verändert sich nur in der Darstellung. Und wer schon jetzt die Prinzipien von E-E-A-T (Experience, Expertise, Authoritativeness, Trustworthiness) lebt, ist automatisch auch für AI-gestützte Suchergebnisse gerüstet.
Konkrete Empfehlungen für CMOs
Kraham gibt drei Handlungsanweisungen mit auf den Weg:
- Google’s eigene Tools nutzen – Merchant Center Feeds und Google Business Profile helfen, Produkte und Dienstleistungen sowohl in klassischen als auch in KI-Suchergebnissen sichtbar zu machen.
- Auf Geschäftsziele fokussieren – Statt sich in Ranking-Metriken zu verlieren, sollten CMOs Leads, Verkäufe und Conversions im Blick behalten.
- Third-Party-Tools kritisch betrachten – Google bewertet keine externen SEO-Tools direkt. Diese Tools haben keinen Zugriff auf Googles interne Metriken und können daher keine perfekten KI-Optimierungs-Scores liefern.
Was das für den DACH-Raum bedeutet
Für deutsche und österreichische Unternehmen ist die Nachricht besonders relevant. Der DACH-Markt hat traditionell stark in SEO investiert – oft langsamer als US-Konkurrenten, aber dafür methodischer und nachhaltiger. Krahams Aussage bestätigt diesen Ansatz: Langfristige Qualitätsarbeit zahlt sich auch im KI-Zeitalter aus.
Die Angst, dass AI Overviews die organische Sichtbarkeit zerstören, ist unbegründet. Stattdessen sollten CMOs die Gelegenheit nutzen, ihre Content-Strategien auf echte Expertise und Mehrwert zu trimmen – genau das, was Googles Algorithmen sowohl klassisch als auch KI-gestützt belohnen.
Quelle
Der Artikel basiert auf Think with Google / ppc.land (22. Juni 2026)
