Unternehmungsberatungen vor dem Ende. Jetzt übernimmt KI

Eine interne Deloitte-Veranstaltung hat bei Beratern fuer Aufregung gesorgt. Das Management zeichnete ein duesteres Bild: Die Stundenabrechnung, Kern des Beratungsgeschaefts, schrumpft dramatisch – KI-Agenten uebernehmen.

Bei einer internen Town-Hall-Veranstaltung im Juni 2026 präsentierte Jason Manstof, Leiter der US-Beratungssparte fuer den oeffentlichen Sektor bei Deloitte, eine Grafik mit Blick auf das Jahr 2035. Der gruene Balken am unteren Rand – das stundenbasierte Beratungsgeschaeft – schrumpfte auf einen schmalen Streifen zusammen.

„Die nicht ganz so gute Nachricht ist, dass diese Art von Arbeit, auch wenn sie 2035 immer noch einen bedeutenden Teil ausmachen wird, nur noch ein Teil des Gesamtbildes sein wird“, sagte Manstof laut einem vom Wall Street Journal eingesehenen Webcast. KI-Agenten, die sich derzeit noch im Anfangsstadium befinden, wuerden hingegen exponentiell wachsen und bis 2035 die Mehrheit des expandierenden Marktes fuer professionelle Dienstleistungen ausmachen.

Ein Deloitte-Berater fasste die Veranstaltung gegenueber dem WSJ zusammen: „Sie haben unmissverstaendlich klargemacht, dass unser Modell am Ende ist. Wir werden im Grunde durch Roboter ersetzt.“

Das Ende der abrechenbaren Stunde

Die Beratungsbranche steht vor einem fundamentalen Wandel. Seit Jahrzehnten basiert das Geschaeftsmodell auf einer einfachen Formel: Junge Berater arbeiten extreme Stunden, Senior Partner verkaufen diese Zeit mit hohen Stundensaetzen. Das ist jetzt in Gefahr.

McKinsey und Boston Consulting Group experimentieren bereits mit ergebnisbasierten Preismodellen. Mehr als 30 Prozent der globalen Gebuehren von McKinsey stammen laut dem WSJ bereits aus solchen Modellen. Pat Petitti, CEO der KI-Beratungsplattform Catalant, nennt das keinen strategischen Schwenk, sondern einen „existenziellen Kampf“ um neue Erloesmodelle: „KI zerstoert ihr Geschaeftsmodell.“

Neue Modelle, neue Risiken

Der Uebergang weg von der Stundenabrechnung ist holprig. Festpreise und Abonnements klingen attraktiv, bringen aber Probleme:

  • Kostenrisiko: Dauert ein Projekt laenger, traegt die Firma die Mehrkosten
  • Cashflow-Probleme: Unvorhersehbare Zahlungsstroeme erschweren Planung
  • Erfolgsmessung: Wer definiert, wann ein „Ergebnis“ erreicht ist?

Ein Deloitte-Sprecher betonte gegenueber dem WSJ, das Unternehmen taetige „erhebliche Investitionen, um diesen menschengefuehrten, KI-gestuetzten Wandel fuer unsere Branche anzufuehren“.

Was das fuer Marketing-Teams bedeutet

Die Entwicklung ist nicht auf die Grossen Vier beschraenkt. Agenturen, Freelancer und interne Beratungsteams stehen vor der gleichen Frage: Wie verrechnet man Leistung, wenn KI die Arbeit in Minuten statt Stunden erledigt?

Die Antwort koennte im Value-Based Pricing liegen – Preise basierend auf dem geschaffenen Geschaeftswert, nicht auf der aufgewendeten Zeit. Fuer Marketing-Teams bedeutet das: Weniger Stundenzettel, mehr Impact-Messung.

Quelle: Wall Street Journal (via THE DECODER)

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