Google hat den Brand-Filter in der Search Console jetzt für alle qualifizierten Websites freigeschaltet. Damit lassen sich Suchanfragen im Performance-Bericht erstmals nativ in brandbezogen und nicht brandbezogen trennen – ohne Regex-Filter, Keyword-Listen oder externe Auswertungen. Für SEO- und Marketing-Teams wird damit sichtbarer, wie viel organischer Traffic aus Markenbekanntheit stammt und wie viel echte Reichweite über generische Suchanfragen entsteht.
Was Google jetzt freigeschaltet hat
Google hatte den Filter im November 2026 zunächst angekündigt und den Rollout nun am 11. März 2026 für alle berechtigten Properties bestätigt. Im Leistungsbericht der Search Console erscheint damit eine zusätzliche Segmentierung für Branded und Non-branded. Die Kennzahlen Impressionen, Klicks, CTR und durchschnittliche Position lassen sich damit direkt getrennt auswerten. Laut Google funktioniert der Filter über Web-, Bild-, Video- und News-Suche hinweg.
Zusätzlich zeigt die Search-Console-Insights-Oberfläche eine neue Karte, die Klicks aus brandbezogenen und nicht brandbezogenen Suchanfragen gegenüberstellt. Das soll helfen, zwischen bestehender Markennachfrage und organischer Discovery klarer zu unterscheiden.
Die Klassifikation läuft nicht über Regex, sondern über ein KI-System
Entscheidend ist, dass Google die Einordnung nicht über einfache Zeichenketten oder reguläre Ausdrücke vornimmt. Stattdessen nutzt das Unternehmen ein internes KI-gestütztes Klassifikationssystem. Dieses soll nicht nur den Markennamen selbst erkennen, sondern auch Schreibfehler, Varianten in verschiedenen Sprachen sowie Suchanfragen zu eng verbundenen Produkten oder Services.
Google nennt als Beispiel für google.com nicht nur „Google“, sondern auch „Gogle“ oder „Gmail“. Genau das ist der Unterschied zu vielen bisherigen Workarounds in Reporting-Setups: Manuelle Filter erfassen häufig nur exakt definierte Markenbegriffe, während angrenzende oder fehlerhaft geschriebene Anfragen leicht durchrutschen.
Welche Grenzen der neue Filter hat
Der Filter ist nicht für jede Property verfügbar. Google schränkt die Funktion auf Top-Level-Properties ein. URL-Pfad-Properties oder Subdomain-Properties sind ausgeschlossen. Außerdem muss eine Website genügend Impressionen und Query-Volumen aufweisen, damit Google die Klassifikation verlässlich ausspielen kann.
John Mueller hat zudem klargestellt, dass Website-Betreiber die Zuordnung derzeit nicht manuell anpassen können. Wer also zusätzliche Markenschreibweisen, Produktnamen oder Sonderfälle ergänzen möchte, hat dafür aktuell keine eigene Steuerungsmöglichkeit. Auch rückwirkend lässt sich der Filter nicht vollständig auf historische Daten anwenden. In mehreren Properties beginnt die sichtbare Aufschlüsselung laut Branchenberichten erst ab etwa 21. Februar 2026.
Warum die Änderung für Reporting und Budgetdiskussionen relevant ist
Die neue Trennung dürfte vor allem interne Performance-Debatten verändern. In vielen Reports liefen Brand- und Non-Brand-Traffic bislang nebeneinander, obwohl beide völlig unterschiedliche Aussagen treffen. Brand-Anfragen spiegeln meist Bekanntheit, Wiedererkennung oder Nachfrage wider. Nicht brandbezogene Anfragen zeigen dagegen eher, wie stark Inhalte, Informationsarchitektur und SEO-Arbeit neue Nutzer in die Sichtbarkeit bringen.
Mit dem nativen Filter lässt sich diese Differenz jetzt ohne zusätzliche Datenaufbereitung direkt in der Search Console nachvollziehen. Das ist auch deshalb relevant, weil Google in den vergangenen Monaten mehrere Analysefunktionen rund um den Performance-Bericht ausgebaut hat – darunter wöchentliche und monatliche Ansichten sowie eine KI-gestützte Berichtskonfiguration. Der Brand-Filter fügt sich damit in eine breitere Entwicklung ein: Search Console wird stärker zum nativen Reporting-Werkzeug für differenziertere SEO-Analysen.
Was sich für Marketing-Teams dadurch verschiebt
Für SEO, Content, Brand und Paid Search wird die Grenze zwischen Nachfrage und Sichtbarkeit damit etwas sauberer messbar. Wenn organisches Wachstum fast nur aus Markensuchen kommt, lässt sich das nun schneller erkennen. Umgekehrt werden Zuwächse bei nicht brandbezogenen Suchanfragen sichtbarer, ohne dass Brand-Traffic die Entwicklung überdeckt.
Gerade in Unternehmen, in denen SEO-Erfolge intern regelmäßig gegen Markenaufbau, PR oder Paid-Media-Effekte abgegrenzt werden müssen, dürfte der neue Filter die Diskussionen versachlichen. Er ersetzt zwar keine tiefergehende Analyse und ist wegen der automatischen Klassifikation nicht frei von Unschärfen. Für viele Teams fällt aber ein bisher aufwendiger Zwischenschritt im Standard-Reporting weg.
Quellen im Text: Google Search Central, Search Engine Land, Search Engine Journal.



